Rekordjagd bei diesjähriger Kieler Woche

Die weltgrößte Regatta findet normalerweise und immer Ende Juni statt. Die anhaltende Pandemie zwang heuer zur Verlegung in den Herbst. Der deutsche Offshore Superstar Boris Herrmann peilt dabei seinen zweiten Rekord an.

Den Streckenrekord für Einrumpfboote hält er schon. 2013 als Navigator an Bord des 100-Füßers „Esimit Europa“ unter Skipper Jochen Schümann verewigte sich Boris Herrmann bereits in den Siegerlisten des Welcome Race. Diesmal will er aus der Innenförde nach Eckernförde „fliegen“. Das Team Malizia um den Hamburger Weltumsegler, der im Winter als erster Deutscher bei der legendären Vendée Globe nonstop um den Globus Geschichte schrieb, hat einen GC32-Katamaran gemeldet, der auf Tragflächen (Foils) abhebt.

Mit dem fliegenden GC32 seines Teams will Boris Herrmann auch den zweiten Rekord beim Welcome Race der Kieler Woche knacken. (Foto: Team Malizia)

Die Bestmarke der Zweirumpfboote allerdings ist ambitioniert. Nur eine Stunde, 47 Minuten und 22 Sekunden brauchte der MOD70-Trimaran „Musandam-Oman Sail“ 2014. Mit dem gleichen Boot riss Herrmann ein Jahr später die Latte knapp. Bei günstigen Windbedingungen könnte der deutlich kürzere Kat jedoch ebenfalls unter zwei Stunden bleiben. Um das Maximale herauszuholen, nimmt Herrmann seinen britischen Co-Skipper Will Harris an Bord, mit dem er zu zweit auf der IMOCA-Yacht „Seaexplorer“ erfolgreich ist. Außerdem wird Weltumseglerin Emily Nagel (Bermuda) die Mannschaft verstärken, die beim Youth Americas Cup GC32-Erfahrung sammelte. Zur Crew gehört auch Susann Beucke, frischdekorierte Silbermedaillengewinnerin der Olympischen Spiele im 49erFX. Die Vorschoterin aus Strande ist bereits auf der Hochseeyacht mitgesegelt und kann sich einen Einsatz im nächsten Ocean Race rund um die Welt durchaus vorstellen.

Susanne Beucke weiß, was es bedeutet an Bord anzupacken. In Tokyo holte sie im 49er FX Silber, mit Herrmann will sie sich in die Kieler Woche Rekordbücher eintragen. (Foto: Team Malizia)

Beeilen muss sich Deutschlands neuer Segelheld in jedem Fall, denn die offizielle Eröffnung der Kieler Woche zusammen mit GEOMAR-Direktorin Prof. Katja Matthes und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günter, der das traditionelle Glasen mit der Schiffsglocke übernimmt, ist um 15 Uhr auf der Bühne vor der Sailors Lounge im Olympiahafen Schilksee angesetzt. Boris Herrmann wird mit dem Typhon das Signal „lang-kurz-kurz-lang“ für Leinen los! geben.

Das Segelprogramm der Kieler Woche (4. – 12. September)
Teil I:
Sonnabend, 4. September, bis Dienstag, 7. September:
2.4mR, 420er, 505er, Contender, Europe, ILCA 4, OK, Waszp.

Teil II:
Donnerstag, 9. September, bis Sonntag, 12. September:
29er (Euro Cup), ILCA 6 (men), iQFoil M/W, ILCA 6, J/24, J/70.

Weltmeisterschaft der Starboote:
Sonnabend, 4. September, bis Sonnabend, 11. September.

Seeregatten:
Sonnabend, 4. September, bis Sonntag, 5. September: Aalregatta & Welcome Race;
Montag, 6. September, bis Mittwoch, 8. September: Kiel-Cup;
Sonnabend, 11. September, bis Sonntag, 12. September: Silbernes Band.

Titelfoto: Andreas Lindlahr/Team Malizia

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